Formgestalter jürgen Hannebauer

Sommer 2021: Wir, die 79OKTAN-Redakteure Ronny Renner, Lars Leonhardt, André Goldhahn und Michael Schinz – sind in der Prignitz. Nun stehen wir im Flur und direkt vor uns, man glaubt es kaum, eine schicke metallicblaue Simson S 53. Anlaß ist ein Zeitzeugenbesuch. Wir sind zu Gast bei Jürgen Hannebauer. Dem auf-merksamen Leser und Simson-Kenner ist der Name schon begegnet. Wir haben ihn in 79OKTAN Ausgabe 3/2017 vorgestellt. Jürgen Hannebauer war von 1984 bis 1990 Formgestalter beim IFA-Zweiradkombinat und dort für Simson zuständig.
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Jürgen Hannebauer
Grund für unseren Besuch sind seine Gestaltungs-Entwürfe für einen Nachfolger der Simson S51. Kurz nach seinem Arbeitsantritt in Suhl begann die Arbeit an der S52. Dies soll der nächste große Schritt für die Suhler werden: Zentralrohrrahmen, Zentralfederbein, Cantileverfahrwerk, 16 Zoll-Formspeichenräder, Scheibenbremse vorn. Leider mußte diese Entwicklung aufgrund fehlender finanzieller Mittel abgebrochen werden. Wie bei vielen DDR-Fahrzeugentwicklungen in den achtziger Jahren war danach nur eine Modernisierung bestehender Modelle möglich. Aus der S51 wurde die S53. Da sie aber erst in der Wendezeit auf den Markt kam, wird sie heute nicht als DDR-Entwicklung wahrgenommen.
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Eine Simson S52 im Atelier Jürgen Hannebauer
Wir lernten Jürgen Hannebauer als sehr angenehmen Gesprächspartner und kreativen Designer kennen. In der Zusammenarbeit mit den Konstrukteuren war er pragmatisch und verlor die realen Möglichkeiten nicht aus den Augen. Aber selbst dafür war die Wirtschaftskraft der DDR zu gering und seine Entwicklungen (Simson S80, Simson S52, Simson S55) konnten nicht in die Serie gehen. Wir haben viele Informationen und Unterlagen bekommen und so steht ein 79OKTAN-Beitrag über die Simson-Entwicklungen in den achtziger Jahren in nicht allzu weiter Ferne.
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